Bei den meisten Sportarten und Trainingsmethoden sind die Athleten und Sportler/-innen in einer aufrechten Position. Übungen, die am Boden ausgeführt werden und auf Bodenkontakt basieren, sind eine gute Abwechslung für jede Trainingsroutine. Beim Eigengewichtstraining handelt es sich um Übungen und Bewegungen, die nicht im Stehen ausgeführt werden, sondern zum Beispiel horizontal oder krabbelnd – am Boden […]

Bei den meisten Sportarten und Trainingsmethoden sind die Athleten und Sportler/-innen in einer aufrechten Position. Übungen, die am Boden ausgeführt werden und auf Bodenkontakt basieren, sind eine gute Abwechslung für jede Trainingsroutine. Beim Eigengewichtstraining handelt es sich um Übungen und Bewegungen, die nicht im Stehen ausgeführt werden, sondern zum Beispiel horizontal oder krabbelnd – am Boden eben.

Diese Art des Trainings basiert auf frühkindlichen Bewegungsmustern und Tieren nachempfundenen Bewegungen. Daher auch der Name: Animal Athletics.  Stell dir vor, wie sich zum Beispiel Krebse, Affen oder Eidechsen fortbewegen. All diese Bewegungen werden bei Animal Athletics nachgeahmt.

Dieses Eigengewichtstraining fördert Bewegungsintelligenz, Kontrolle und Dynamik. Das Wiedererlernen vergessener Bewegungsmuster, die für Kinder ganz selbstverständlich sind, ist ein zentraler Aspekt dieses Ansatzes.  Funktionelle Bewegung basiert auf Propriozeptoren, welche die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum gewährleisten.

In Bruchteilen einer Sekunde wird die Information über die Stellung und Position des Körpers im Raum an das Rückenmark gesendet und der Körper reagiert. Dabei werden Rezeptoren in denjenigen Bewegungen und Haltungen, für die sie gemacht sind, trainiert. Beim Menschen ist dies die aufrechte Haltung. In der Fachterminologie nennt man dies ‚propriozeptive Integrität‘.

Diese natürliche Entwicklung folgt einer mehr oder weniger chronologischen Sequenz (neuromuskoloskeletale Entwicklungssequenz):

  • Auf dem Bauch liegend den Kopf heben, 1-2 Monate
  • Komplette Kontrolle über den Kopf, 4 Monate
  • Auf dem Bauch liegend werden die Unterarme zur Unterstützung benutzt, 6 Monate
  • Auf dem Bauch liegend, der ganze Arm wird benutzt um den Oberkörper aufzurichten, 6 Monate
  • In eine seitliche Position rollen (posturaler Reflex), 1-2 Monate
  • Aus der seitlichen Position auf den Bauch rollen, 4-5 Monate
  • Vom Bauch auf den Rücken rollen
  • Vom Rücken auf den Bauch rollen, 6-8 Monate

Anders als viele andere Säugetiere braucht der Mensch ungefähr 18 Monate, bis er laufen kann. Zuerst handelt es sich dabei um bodennahe Bewegungen (rollen, kriechen, krabbeln), die langsam zu mehr oder weniger kontrollierten aufrechten Bewegungen werden. Dabei reift das Nerven-, Muskel-und Skelettsystem des Körpers heran.

Was genau ist Animal Athletics und warum solltest du es zu einem Teil deiner Trainingsroutine machen?

Übungen auf dem Boden auszuführen (wie zum Beispiel bei Animal Athletics) bedeutet dorthin zurückzukehren, wo wir als Kinder alle grundlegenden Bewegungsmuster gelernt haben. Indem wir auf einem niedrigeren Bewegungslevel trainieren, verbessern wir die Qualität unserer Bewegungen auf dem höheren Level (die aufrechte Haltung). Stell dir einen erfahrenen Pianisten vor, der kontinuierlich Fingerübungen auf dem Klavier durchführt, um seine herausfordernden Symphonien besser spielen zu können. Diese schwierigen Symphonien stehen für die komplexen Bewegungsmuster des menschlichen Körpers.

Unsere Bewegung wird von äußeren Einflüssen, Impulsen und Gefühlen bestimmt, unter anderem von körperlichen und biologischen Faktoren. Körperliche Faktoren sind solche, die unseren Körper direkt betreffen, wie seine eigene Masse (Körpergewicht), der entsprechende Impuls (umgangssprachlich „Schwung des Körpers“), die Schwerkraft und die Bodenreaktionskraft (die Kraft, die zwischen Boden und Körper wirkt). Die Schwerkraft zieht unseren Körper zum Boden und übt einen nach unten gerichteten direkten Druck auf den Körper aus. Der Körper muss der Schwerkraft entgegenwirken. Um zu verhindern hinzufallen, reagiert die gesamte Muskulatur in einer Art Kettenreaktion. Dadurch wird gezielte Fortbewegung ermöglicht. Je nachdem, ob wir uns in aufrechter Position oder am Boden befinden, müssen unsere vier Extremitäten und der Schwung unseres Körpers allerdings anders reagieren, um nicht hinzufallen. Training auf dem Boden basiert genau auf dieser unterschiedlichen Reaktion unseres Körpers. Nicht nur die Reaktion des Körpers auf die Schwerkraft, sondern auch andere Aspekte verändern sich je nach Position, wie zum Beispiel der Winkel unserer Gelenke, das Zusammenspiel der Muskeln und einige physiologische Komponenten wie die Atmung und Durchblutung.

Vorteile von Training am Boden:

  • Maximale Aktivierung der Rezeptoren
  • Verbesserte Beweglichkeit
  • Bewusster Umgang mit der Schwerkraft
  • Geringere Belastung der Wirbelsäule
  • Verbesserte Durchblutung
  • Verbesserte Verdauung
  • Verbesserte Atmung

 

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